×

Glarner Vertreter in Bern auf Platz 34, 173 und 178

Wer hat am meisten Einfluss unter den 240 Bundesparlamentarierinnen und Bundesparlamentariern im Land? Gestern hat die «Sonntags-Zeitung» die jüngste Hitliste aus Bern bekannt gegeben, sortiert nach Tops, Flops und Kantonen.

Südostschweiz
Montag, 17. Juli 2017, 05:30 Uhr Parlamentsranking
BDP Nomination Regierungsratswahlen 2018 Felix Parolini Landolt
OLIVIA ITEM

So hat Ihr Vertreter abgeschnitten», titelt die «Sonntags-Zeitung». Schön sortiert von Aargau bis Zürich füllt die Rangliste der 240 National- und Ständeräte eine ganze Seite. Die Liste für Glarus ist überschaubar: Nationalrat Martin Landolt (BDP) kommt auf Platz 34, Ständerat Thomas Hefti (FDP) auf Rang 173 und Ständerat Werner Hösli (SVP) liegt auf dem 178. Rang.

Möglichst oft in Mikrofone reden

Parlamentarier-Ratings zeigen wie Rankings im Tennis oder Fussball auf, wer ganz vorne, im Mittelfeld oder eher hinten liegt. Vermutlich lässt sich die Nummer 1 im Tennis anhand der erreichten Siege aber genauer festhalten als politischer Einfluss. Denn den hat die «Sonntags-Zeitung» für die erste Hälfte der laufenden Legislatur im Bundeshaus ermittelt.

Politischer Einfluss stellt eine komplexe Grösse dar. Im zitierten Rating sollen dazu «sämtliche parlamentarische Einflussfaktoren» wie Kommissionssitze, Voten, erfolgreiche politische Vorstösse und Ämter in Rat und Partei einbezogen worden sein. Auch die Medienpräsenz und das ausserparlamentarische Beziehungsnetz, also die Lobbys, die hinter den Parlamentariern stehen, so die Erklärungen der «Sonntags-Zeitung» zum Ratingverfahren.

Der einflussreichste Politiker ist nach dieser Messung SP-Präsident und Ständerat Christian Levrat aus dem Kanton Freiburg. Auf Platz 2 und 3 folgen Ständerat Pirmin Bischof (CVP) aus dem Kanton Solothurn und Nationalrat Gerhard Pfister, CVP-Partei-Präsident aus dem Kanton Zug.

Die Schlusslaterne erhält die Walliser Nationalrätin Géraldine Marchand-Balet (CVP) mit Hermann Hess, FDP-Nationalrat aus dem Kanton Thurgau und Nationalrat David Zuberbühler, SVP, Kanton Aargau. Wer weit oben rangiert, kann sich im Parlamentsbetrieb, Polit-Umfeld sowie medial offensichtlich mehr Gehör als andere verschaffen.

Und die drei Glarner Eidgenossen? Auch sie machen sich bemerkbar, wobei dies Nationalrat Martin Landolt vergleichsweise recht erfolgreich tut. Als Parteipräsident der BDP nicht erstaunlich. Schliesslich muss er auch für seine Partei Einfluss nehmen. SVP-Chef Albert Rösti kommt vor ihm indes auf Platz 19, während die neue FDP-Chefin Petra Gössi auf Rang 27 liegt.

«Für mich geht der 34. Rang in Ordnung. Grundsätzlich halte ich aber wenig von solchen Rankings.»

«Von kosmetischer Bedeutung»

«Für mich geht der 34. Rang in Ordnung, auch wenn ich dieser Rangliste nur eine kosmetische Bedeutung beimesse», sagt Landolt dazu. Grundsätzlich hält er wenig von solchen Rankings: «Es entspricht oftmals einem fast dranghaften Bedürfnis, einzelne Parlamentsmitglieder zu ‘vermessen’, und dies dann teilweise sehr tendenziös zu interpretieren», so Landolt.

Die beiden Glarner Ständeräte liegen im hinteren Drittel. Wie ist das nun zu interpretieren? Um dies zu beantworten, bedürfte es wohl einer genauen Analyse. In einem älteren Rating von Politologe Michael Hermann wird etwa Thomas Hefti als «stiller Schaffer» aufgeführt. Hefti selbst sagt in einem früheren Interview, dass Medienpräsenz nicht sein primäres Ziel sei. Mehr hingegen eine stärkere Wirkung im Ständerat beim Finden von Lösungen.

Was er und Kollege Hösli vom aktuellen Halbzeit-Ranking halten, konnte noch nicht in Erfahrung gebracht werden. So oder so, wieder gemessen, rangiert und analysiert wird spätestens zu den Wahlen 2019.

Quelle: Südostschweiz

Diesen Artikel teilen

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben