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Nützen Labels für Käse nichts?

Am Beispiel des Bündner Alpkäse lässt sich zeigen, warum manche Produzenten in einem AOP-Label keinen Vorteil sehen.

Südostschweiz
Montag, 17. Juli 2017, 05:00 Uhr Erkenntnisse vom Experten
Bündner Bergkäse Käse
Wollen die Bauern das Label gar nicht?
OLIVIA ITEM

Aktuell sind im Register der Ursprungsbezeichnungen des Bundesamtes für Landwirtschaft 21 Produkte mit dem AOP-Label eingetragen. Neben diversen Berg- und Alpkäse sind dies etwa auch der Rheintaler Ribelmais, das Walliser Roggenbrot und der Munder Safran. Hinter den Produkten steht immer die starke Verbindung zu seiner Ursprungsregion.

Auffallend am Schweizer AOP-Angebot: Am bekanntesten ist das Label in der Westschweiz. «Dort ist es sehr verbreitet und kommt meines Erachtens bei Erzeuger und Konsumenten gut an», sagt der Agrarwissenschaftler Reiner Schilling. Der Deutsche lebt seit über zehn Jahren in Graubünden und ist ein ausgewiesener Fachmann für geschützte Ursprungsbezeichnungen. Bereits 2006 stellte er in seiner Diplomarbeit im Studiengang «Ökologische Landwirtschaft» an der Universität Kassel die Frage: «Bündner Alpkäse AOC – Eine Chance für die Alpwirtschaft in Graubünden?» Schillings Arbeit diente als Grundlage für das weitere Vorgehen im AOP-Prozess im Kanton Graubünden.

Fazit: Die meisten Produzenten von Alp-Produkten halten die aktuellen Möglichkeiten zur Vermarktung für mehr als ausreichend und befürchteten, bei der Einführung eines allgemeinen AOP-Labels gar eine Verschlechterung ihrer Marktposition.

AOP oder AOC: Was ist was?
Beides ist das Gleiche. Aber seit dem Jahre 2013 heisst das Label offiziell «Appellation d’Origine Protégée» also AOP. Zuvor hiess es AOC oder «Appellation d’Origine Contrôlée». Der Begriff «kontrolliert», wurde also durch «geschützt» ersetzt. Der Wechsel von AOC auf AOP war der Europäischen Union geschuldet. Die Anpassung an die EU erfolgte im Anschluss an die gegenseitige Anerkennung der AOP-IGP-Produkte vom 1. Dezember 2011. Die Angleichung ist besonders für jene Mitglieder wichtig, welche in die EU exportieren. Denn im offiziellen Logo wird in allen Sprachen nur noch der Begriff Protégée eingesetzt. In der Schweiz ermöglicht die Gesetzgebung allerdings beide Möglichkeiten. Die Änderung von AOC auf AOP ist daher bei uns eine rein kosmetische An-passung des bestehenden Logos. Glarus gebraucht für seinen Alpkäse ausdrücklich die neuere Form AOP.

Quelle: Südostschweiz

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